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Klären wir zunächst die Begrifflichkeiten: Gibt es einen Unterschied zwischen Reisekrankheit und Reiseübelkeit? Im Grunde genommen nicht. Beide Bezeichnungen beziehen sich auf dasselbe Phänomen, eine sogenannte Kinetose, auch Bewegungskrankheit genannt. Allerdings handelt es sich bei Reisekrankheit um den medizinischen Oberbegriff für diese Störung, während Reiseübelkeit das Hauptsymptom darstellt.
Zu den wichtigsten Symptomen der Reisekrankheit zählt eben die bereits genannte Übelkeit. Erste Anzeichen sind meist ein Unwohlsein und Magendrücken, wiederholtes Gähnen, Müdigkeit sowie leichte Kopfschmerzen und ein aufkommendes Schwindelgefühl. Später kommt es zu vermehrtem Speichelfluss, Aufstoßen, Schluckbeschwerden und Kaltschweißigkeit. Schließlich leiden viele Betroffene unter Konzentrationsschwierigkeiten, beginnen zu hyperventilieren, müssen erbrechen.
Die Ursache allen Übels liegt in einem Ungleichgewicht in der Wahrnehmung von Bewegungen. Heißt konkret: Unser Organismus ist mit etlichen Sensoren ausgestattet – vom Gleichgewichtsorgan im Ohr bis hin zu Rezeptoren in den Augen –, die uns mitteilen, wie unser Körper im Raum liegt. Beim normalen Gehen stimmen diese Informationen überein. Sitzen wir jedoch in einem Auto, an Bord eines Schiffes oder Flugzeugs, passen sie nicht mehr zusammen. Unsere Rezeptoren wissen, dass wir sitzen, unser Gleichgewichtsorgan nimmt jedoch Bewegung und Schwanken wahr. Die Folge: Unser Gehirn ist verwirrt, Übelkeit und Erbrechen sind vorprogrammiert.
Somit handelt es sich bei der Reisekrankheit um eine Überreaktion des Körpers, um sich zu schützen. Das veranschaulicht auch, warum Reiseübelkeit meist während der Reise auftritt. Bei wem die Symptome hingegen erst nach der Reise spürbar werden, der leidet unter der sogenannten Landkrankheit oder dem Mal de Débarquement Syndrom (MdDS). Hierbei entstehen die Beschwerden dadurch, dass das Gehirn sich erst wieder an den unbeweglichen Boden anpassen muss.
Grundsätzlich besteht bei jedem Menschen die Gefahr, einmal oder mehrmals im Leben von Reiseübelkeit betroffen zu sein. Statistiken zeigen, dass vor allem jüngere Personen sowie Frauen zur Risikogruppe zählen, während Männer davon eher verschont bleiben. Auch Menschen mit genereller Neigung zu Schwindelgefühlen sowie Migräne sind erfahrungsgemäß besonders anfällig.
Die Reisekrankheit ist also gar nicht so selten – doch was hilft? Hat Kinetose zugeschlagen und verlangt nach sofortigen Maßnahmen, machen Sie folgendes:
Auf diese Weise kann Ihr Gleichgewichtssystem zur Ruhe kommen. Noch besser ist es, wenn Sie ein kurzes Nickerchen einlegen, sollte dies Ihre Reiseplanung zulassen.
Halten Sie für den Ernstfall zudem ein Plastiksackerl und Feuchttücher bereit.
Haben Sie noch nicht mit heftigen Beschwerden zu kämpfen, spüren aber, dass sich Unwohlsein breitmacht, helfen in der Regel folgende Mittel gegen Reiseübelkeit:
Auf Akupressur setzen: Platzieren Sie Ihre Finger an der Innenseite Ihres Unterarms, etwa zwei Zentimeter unterhalb Ihres Handgelenks, zwischen den zwei kräftigsten Sehnen. Das ist der Nei-Kuan-Punkt. Üben Sie dort gezielt mindestens eine Minute etwas Druck aus und wiederholen Sie dies beim anderen Arm.
Wer regelmäßig von der Reisekrankheit betroffen ist, kann auch Medikamente in Betracht ziehen, die der Übelkeit entgegenwirken und die Nerven beruhigen. Sie stellen ein weiteres probates Mittel gegen die lästige Reiseübelkeit während oder nach einem Urlaub dar.
Eine Möglichkeit ist das Antihistaminikum Dimenhydrinat. Der Grund: Histamin ist als Botenstoff an der Entstehung der Reiseübelkeit beteiligt. In der Regel wird dieses Arzneimittel knapp vor Reiseantritt eingenommen. Oft ist mit diesen Tabletten jedoch Müdigkeit verbunden, wodurch sich die Einnahme dieses Anti-Reiseübelkeit-Medikaments nicht während des Autofahrens eignet.
Eine andere Option sind verschreibungspflichtige Medikamente, die sowohl auf Übelkeit als auch Schwindel abzielen. Sie helfen gegen diese beiden primären Symptome der Kinetose, indem sie das Gleichgewichtsorgan im Innenohr beruhigen.
Lassen Sie sich am besten von Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt des Vertrauens bzw. Fachpersonal in der Apotheke zur korrekten Medikamentenwahl, Dosierung und möglichen Nebenwirkungen bei Reisekrankheit beraten.
Wie sieht es nun mit präventiven Maßnahmen aus? Kann man Übelkeit auf Reisen vorbeugen? Expertinnen und Experten sind zum einen der Meinung, dass sich der Körper durchaus ein Stück weit an Bedingungen auf einem Schiff oder in einem Flugzeug gewöhnen kann und die Reiseübelkeit damit abnimmt, je öfter man sich in solche Situationen begibt. Lagerungsübungen, regelmäßiges Tanzen und Springen unterstützen dabei mitunter. Zum anderen können Sie weitere vorbeugende Maßnahmen treffen bzw. Mittel gegen die Reiseübelkeit ausprobieren:
Ingwer als Geheimwaffe: Holen Sie sich hochdosierte Ingwer-Präparate oder verzehren Sie täglich zwei Gramm frischen Ingwer – am besten bereits mehrere Tage vor dem Urlaub.
Gegen Reiseübelkeit gibt es inzwischen somit einige hilfreiche Mittel – wer auf Nummer Sicher gehen will, schließt ergänzend dazu am besten eine Reiseversicherung wie die GRAWE TRAVELSTAR ab. Diese können Sie auf Ihre Bedürfnisse abstimmen und sind damit abgesichert, wenn Sie Ihre Reise doch nicht antreten können oder im Ausland medizinische Hilfe brauchen.
Reiseübelkeit kann der langersehnten Auszeit einen Strich durch die Rechnung machen – und schon ist sie dahin, die beschwingte Urlaubsstimmung. Nicht aber, wenn Sie sich der Krankheit stellen und davon nicht unterkriegen lassen. Das funktioniert am besten, indem Sie zum einen Tipps zur Vorbeugung beherzigen. Und zum anderen für den Ernstfall gerüstet sind – mit passenden Medikamenten und einem Rundum-Sorglos-Versicherungsschutz. Und schon nistet es sich wieder ein, dieses unbeschwerte Urlaubsgefühl. In Ihrem Magen. Und in Ihrem Herzen.
Reiseübelkeit, auch Kinetose genannt, kann unterschiedlich stark ausgeprägt sein. Typische Anzeichen treten meist schleichend auf und reichen von unbestimmtem Unwohlsein bis hin zum Erbrechen. Zu den häufigsten Beschwerden zählen: flaues Gefühl im Magen, übermäßiger Speichelfluss, Appetitlosigkeit, Übelkeit und im fortgeschrittenen Stadium Erbrechen, kalter Schweiß, flache Atmung bis hin zur Hyperventilation, leichte bis pochende Kopfschmerzen und Schwindelgefühl, extreme Müdigkeit, starkes Gähnen und Konzentrationsprobleme.
Gegen Übelkeit beim Autofahren helfen vor allem der Blick in die Ferne, frische Luft und ein möglichst ruhiger Platz. Akute Linderung verschaffen Hausmittel wie Ingwer oder spezielle Kaugummis. Auch eine kurze Pause ist vorteilhaft. Verzichten Sie hingegen auf fettiges Essen, Alkohol oder Nikotin.
Wählen Sie als Beifahrerin bzw. Beifahrer in diesem Fall den Platz direkt hinter der Lenkerin bzw. dem Lenker. Dort wird Ihnen in der Regel nicht schlecht, weil die Augen Bewegung wahrnehmen.
Bei akuter Reiseübelkeit, auch als Kinetose bezeichnet, ist das Liegen die beste Wahl, um den Kreislauf zu entlasten und dem Körper Ruhe zu geben. Schließen Sie dabei die Augen und konzentrieren Sie sich auf Ihre Atmung.
Allein an einem fremden Ort aufwachen. Niemand, mit dem du über Meer oder Großstadt streiten musst. Klingt für die einen nach Albtraum – für die anderen nach purer Freiheit. Solo Travel ist mehr als ein Reisetrend. Es ist eine Entscheidung für eine Reise zu dir selbst. Und sie könnte deinen Blick auf die Welt – und auf dich – komplett verändern.