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  • 02. Juli 2026 ― Lesezeit: 4 Minuten

    Probiotika & Präbiotika: Gesunde Darmflora aufbauen

    Bakterien haben ein schlechtes Image, assoziieren wir sie doch meist mit Krankheiten. Doch die Lebewesen im Mini-Format sind nicht per se nachteilig oder gefährlich – im Gegenteil: Der menschliche Körper ist auf sie angewiesen, um funktionieren zu können. Er besteht sogar zu einem großen Teil aus Mikroorganismen, also Bakterien, Viren, Pilzen und Mikroben, die ab der Geburt in einer Symbiose mit ihm leben. Diese Schar, auch Mikrobiom genannt, nutzt er für die Verdauung, die Immunabwehr oder als Schutzmantel der Haut. Ein gesunder Körper kann dabei auf Billionen von Bakterien zurückgreifen, die ihn besiedeln. Gleichzeitig mehren sich die Empfehlungen, dem Organismus auch von außen Mikroorganismen zuzuführen. Dann kommen die sogenannten Probiotika ins Spiel. Aber was ist das genau? Wie unterscheiden sich Probiotika von Präbiotika? Und welche Wirkung ist zu erwarten? Die GRAWE klärt auf.
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    Was sind Probiotika? 

    Probiotika sind lebende Mikroorganismen, die wir dem Körper von außen, also über die Ernährung oder Supplemente, zuführen. Es gibt also sowohl natürliche Probiotika, die in gewissen Nahrungsmitteln vorkommen, als auch speziell gezüchtete Kulturen für Nahrungsergänzungsmittel. Gelangen sie in unseren Organismus, können sie eine positive Wirkung auf die gesamte Gesundheit haben. 

    Welche Wirkung haben Probiotika? 

    Damit ihre Vorzüge spürbar werden, müssen sie zum einen in ausreichender Menge vorhanden sein und zum anderen an ihren Stützpunkt vordringen: den Darm. Von dieser Kommandozentrale aus machen sie sich sodann auf, um die Gesundheit auf vielfältige Weise zu fördern. Denn längst ist bekannt, dass eine aus dem Gleichgewicht geratene Darmflora die Entstehung von Krankheiten aller Art begünstigen kann – und es daher umgekehrt essenziell ist, das Mikrobiom zu stärken und die Darmflora nach herausfordernden Zeiten gezielt wieder aufzubauen

    Das können Probiotika: 

    • Sie stärken das Mikrobiom
    • Sie lindern Verdauungsbeschwerden
    • Sie kurbeln die körpereigenen Abwehrkräfte an 
    • Sie helfen dabei, die Darmflora nach einer Antibiotikatherapie wieder aufzubauen

    Konkret stärken sie positive Darmbakterien und verdrängen schlechte, trainieren die Abwehrzellen und erzeugen Stoffwechselprodukte, die dem Darm guttun. Das ist wichtig, denn in einem gesunden Mikrobiom halten die guten Keime stets die schlechten im Zaum. 

    Wann sollte man Probiotika einnehmen? 

    Zu den wichtigsten Gründen, warum es sinnvoll sein kann, Probiotika in Form von Supplementen zu nehmen oder den eigenen Speiseplan verstärkt mit probiotischen Lebensmitteln aufzupeppen, zählen somit: 

    • Nach Antibiotika-Einnahme: Antibiotika töten nicht nur schädliche, sondern auch nützliche Darmbakterien. Probiotika können helfen, die Darmflora danach wieder aufzubauen und das Mikrobiom zu stärken. 
    • Bei Verdauungsbeschwerden: Studien belegen, dass bestimmte Bakterienstämme bei Magen-Darm-Infekten, Reizdarmsyndrom, Blähungen, Durchfall, Verstopfung, Bauchschmerzen, unregelmäßigem Stuhlgang, Leaky-Gut-Syndrom oder chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen wie Colitis ulcerosa helfen können. 
    • Stärkung des Immunsystems: Da ein Großteil des Immunsystems im Darm sitzt, fördert eine intakte Darmflora die Abwehrkräfte des Körpers. Und genau hier setzen Probiotika an. 
    • Zur Vorbeugung: Probiotika können Symptome von Allergien mildern, die Haut und Scheidenflora unterstützen oder das Risiko von Harnwegsinfektionen senken. 
    • Zur generellen Unterstützung: Auch können Probiotika beim Abnehmen helfen und sorgen mitunter für eine bessere Stimmung und mehr Energie.

    Probiotische Lebensmittel 

    Womit lassen sich nun die positiven Darmbakterien im Körper bewusst fördern? Zum Beispiel durch den verstärkten Genuss probiotischer Lebensmittel. Denn einige Nahrungsmittel enthalten von Natur aus probiotische Mikroorganismen oder aber es werden ihnen gezielt Probiotika zugesetzt. Hierfür müssen sie gegärt oder fermentiert, also durch Milchsäuregärung haltbar gemacht werden. Dazu zählen:

    • Naturjoghurt
    • Skyr
    • Kefir
    • Ayran
    • Buttermilch
    • Dickmilch
    • Rohmilchkäse 
    • Sauerkraut
    • Saure Gurken
    • Milchsäure vergorene Rote Beete
    • Tempeh
    • Kimchi 
    • Cheddar
    • Bergkäse
    • Nicht pasteurisierter Parmesan 
    • Misopaste
    • Apfelessig
    • Kombucha 

    Probiotische Nahrungsergänzungsmittel

    Die zweite Möglichkeit, den Körper mit nützlichen Mikroorganismen zu boosten und das Mikrobiom zu stärken, ist es, auf probiotische Nahrungsergänzungsmittel zurückzugreifen – in Form von Kapseln, Tabletten oder Pulver. Diese werden speziell aufbereitet, um sie vor der Zersetzung durch Magensäure, Gallensäuren und Verdauungsenzymen zu schützen und heften sich zuverlässig an der Darmwand an. 

    Zum Einsatz kommen hierfür meist Milchsäurebakterien. Auch Hefen oder andere Spezies sind möglich. Grundsätzlich gilt dabei: Je mehr fortpflanzungsfähige Stämme ein Produkt aufweist, desto besser. Der Vorteil von Supplementen: Sie sind hochkonzentriert. Wer sie in Anspruch nehmen möchte, sollte jedoch vorab medizinisches Fachpersonal konsultieren und ein großes Blutbild erstellen lassen, um einen Nährstoffmangel festzustellen. 

    Bei probiotischen Supplementen müssen in jedem Fall der konkrete Bakterienstamm, dessen gesundheitsrelevante Eigenschaften und die Sicherheit genau dokumentiert und nachgewiesen sein. Das ist nicht nur wichtig, um Risiken auszuschließen, sondern auch, um den passenden Stamm bzw. die geeignete Stamm-Kombination für die jeweiligen gesundheitlichen Ziele auswählen zu können. Zudem müssen die Mikroorganismen keim- und vermehrungsfähig sein. 

    Wie nimmt man Probiotika ein?

    Damit so viele Probiotika wie möglich in den Darm gelangen, um von dort aus den Körper auf Vordermann zu bringen, gibt es folgende Empfehlungen zur Einnahme:

    • Probiotika am besten morgens auf nüchternen Magen einnehmen (ca. 30 Minuten vor dem Frühstück), Alternative: untertags, mindestens 2 Stunden nach der letzten und 30 Minuten vor der nächsten Mahlzeit 
    • Viel Flüssigkeit, wenn möglich lauwarmes Wasser, dazu trinken 
    • Dosierungsempfehlungen des Herstellers beachten

    Möchten Sie Ihrem Darm bereits während einer Antibiotika-Einnahme mit Probiotika unter die Arme greifen, raten Expertinnen und Experten zu einem zeitlichen Abstand von 2–3 Stunden zwischen dem Antibiotikum und dem Probiotikum

    Wie schnell wirken Probiotika und wie lange sollte man sie einnehmen?

    Wer von der positiven Wirkung von Probiotika profitieren möchte, muss zunächst sicherstellen, dass er das Präparat regelmäßig einnimmt. Darüber hinaus ist etwas Geduld gefragt. Denn in der Regel dauert es ein paar Wochen, bis spürbare Effekte einsetzen. Wie schnell es konkret geht, kommt auf die Zusammensetzung und Dosierung des Probiotikums sowie den Zustand der eigenen Darmflora an. Denn wurde das Mikrobiom beispielsweise durch Antibiotika aus dem Gleichgewicht gebracht und muss erst wieder aufgebaut werden, dauert es mitunter etwas länger. 

    Die ideale Einnahmedauer hängt damit vordergründig vom persönlichen Gesundheitsziel und den konkreten Beschwerden ab. Wobei zur Stärkung der allgemeinen Gesundheit sowie zum Aufbau der Darmflora nach einer Antibiotika-Therapie mit in der Regel mindestens vier Wochen zu rechnen ist. Auch mehrere Monate bis hin zu einer langfristigen Einnahme sind denkbar, vor allem bei spezifischen Diagnosen. 

    Was ist der Unterschied zwischen Probiotika und Präbiotika? 

    Wer sich mit Probiotika beschäftigt, stößt meist auch auf die Bezeichnung Präbiotika. Was ist das nun wieder? Sind das auch Mikroorganismen? Die Antwort lautet: Nein, auch wenn der Name dies vermuten lassen würde. Bei Präbiotika handelt es sich jedoch um unverdauliche Nahrungsbestandteile, meist Ballaststoffe, die im Dickdarm als Nahrung für nützliche Bakteriendienen und zugleich schädliche Keime hemmen. Sie können sich daher ebenso positiv auf die Gesundheit – insbesondere den Darm – auswirken und die Aktivität der gesunden Mikroorganismen fördern. Zu den bekanntesten natürlichen Präbiotika gehören:

    • Chicorée
    • Artischocken
    • Topinambur
    • Schwarzwurzeln 
    • Zwiebeln
    • Knoblauch
    • Spargel
    • Bananen
    • Hafer, Gerste, Graupen, Vollkorngetreide
    • Leinsamen, Flohsamen, Chiasamen
    • Hülsenfrüchte
    • Äpfel, Beeren, Zitrusfrüchte
    • Sellerie
    • Karotten
    • Brokkoli

    Damit sie ausreichend wirken können, braucht der Körper täglich zirka fünf Gramm Präbiotika. Wer auf einen abwechslungsreichen Speiseplan setzt, deckt diese Menge meist ausreichend ab – vor allem, wenn genügend Gemüse auf dem Teller landet. Bei wem dies nicht der Fall ist, der kann auch hier mit Nahrungsergänzungsmitteln ein wenig nachhelfen. 

    Die eigene Gesundheit stets im Blick haben 

    Präbiotika und Probiotika sind also Trumpf, wenn Sie Ihrer Darmflora Gutes tun möchten. In Kombination mit viel Bewegung und Wasser, wenig Zucker und Alkohol sowie mehrstündigen Essenspausen, wird daraus ein rundes Gesundheitskonzept, das nachhaltig wirkt. Mit einer privaten Krankenversicherung wie der GRAWE MyMED profitieren Sie von zusätzlichen Vitalitätsextras wie Gesundheitschecks und Vorsorgeuntersuchungen, Einzelcoachings bei qualifizierten Ernährungsberatern, Beratungsleistungen im Bereich mentaler Gesundheit, Training in ausgewählten Fitness-, Yoga- und Pilates-Studios sowie freier Arztwahl und verkürzten Wartezeiten im Ernstfall. Eine rundum perfekte Absicherung. 

    Fazit: Nützliche Bakterienfarm für einen reibungslosen Darm 

    Herz, Gehirn, Lunge – fragt man Menschen nach dem wichtigsten Organ, wird meist eines davon genannt. Doch auch der Darm spielt eine tragende Rolle für unsere Gesundheit. Damit es ihm gut geht, ist eine ausgewogene Ernährung entscheidend. Er braucht aber auch eine Vielzahl an Bakterien, damit er langfristig nicht aus dem Gleichgewicht gerät. Und dabei ist es wichtig, dass die guten Mikroorganismen überwiegen. Ist das nicht der Fall, können Probiotika diese Lücke schließen. Sie stärken die positiven Darmkeime und vertreiben die schlechten. 

     

    Häufig gestellte Fragen zum Thema Probiotika:

    Wann ist es sinnvoll, Probiotika zu nehmen?

    Die Einnahme von Probiotika ist zum einen sinnvoll, um die natürliche Darmflora zu unterstützen – etwa nach einer Antibiotikatherapie. Zum anderen, um gezielt bestimmte Beschwerden zu lindern wie zum Beispiel Verdauungsprobleme (Magen-Darm-Infekte, Reizdarmsyndrom, Blähungen, Durchfall, Verstopfung, Bauchschmerzen, unregelmäßiger Stuhlgang, Leaky-Gut-Syndrom, chronisch-entzündliche Darmerkrankungen wie Colitis ulcerosa), Mundgeruch oder Hautprobleme. Auch können Probiotika beim Abnehmen und bei Allergien helfen sowie zur Vorbeugung von Scheidenpilz und Harnwegsinfekten eingenommen werden. Die kraftvollen Mikroorganismen sorgen mitunter auch für eine bessere Stimmung und mehr Energie.

    Kann ich Probiotika dauerhaft nehmen?

    Ja, Sie können Probiotika als Nahrungsergänzungsmittel problemlos dauerhaft einnehmen. Meist werden sie jedoch als Kur eingesetzt, etwa um die Darmflora nach einer Antibiotika-Therapie zu stärken. 

    Was ist ein Synbiotikum?

    Werden Präbiotika und Probiotika in einem Präparat vereint, spricht man von einem Synbiotikum. Es verbindet somit die Vorteile beider Varianten, sodass ein besonders effektiver gesundheitlicher Effekt erzielt werden kann. Daneben gibt es auch natürliche Synbiotika, wie beispielsweise Sauerkraut, Kimchi oder eingelegtes, nicht pasteurisiertes Gemüse

    Kann die Einnahme von Probiotika Nebenwirkungen haben?

    Ja, die Einnahme von Probiotika kann vorübergehend zu leichten Nebenwirkungen führen wie Blähungen, Völlegefühl oder veränderte Stuhlgewohnheiten. Diese sind jedoch meist harmlos und klingen nach kurzer Zeit ab. 

    Welche Nachteile können probiotische und präbiotische Nahrungsergänzungsmittel haben?

    Nahrungsergänzungsmittel enthalten Präbiotika und Probiotika häufig in konzentrierter Form. Für immungeschwächte Menschen sowie Personen mit bestimmten Erkrankungen sind diese großen Mengen teils mit Problemen im Verdauungstrakt verbunden. Blähungen und Bauchschmerzen können die Folge sein. 

    Was sollte man bei der Präbiotika-Einnahme beachten?

    Wer verstärkt präbiotische Lebensmittel in den Speiseplan integrieren oder auf Nahrungsergänzungsmittel zurückgreifen möchte, muss die individuelle Verträglichkeit berücksichtigen. Insbesondere Menschen mit einer sensiblen Verdauung sollten die Einnahme von Präbiotika langsam steigern, um Verdauungsbeschwerden zu umgehen. Die optimale tägliche Menge hängt unter anderem vom allgemeinen Gesundheitszustand, der Ernährung und der spezifischen Zusammensetzung der Darmflora ab. Lassen Sie sich am besten vorab von einer Ärztin oder einem Arzt dazu beraten

    05. Juni 2026 ― Lesezeit: 12 Minuten
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    Einfach einmal weg. Abschalten. Neues entdecken. Unbeschwert in den Tag hineinleben. Urlaube – egal, ob Kurztrips oder Fernreisen – sind zu jeder Zeit eine willkommene Abwechslung und eine optimale Gelegenheit, um den Alltag zu unterbrechen. Doch was, wenn im Urlaub plötzlich Symptome wie Fieber, Durchfall und Schnupfen auftauchen? Wenn Sie ein Insekt sticht? Oder ein Unfall passiert? Ans Krank-Sein im Urlaub denken die meisten beim Koffer-Packen nicht – sollten Sie aber! Denn eine Reiseapotheke kann im Ernstfall Gutes bewirken. Die GRAWE verrät, welche Medikamente Sie auf Reisen unbedingt dabeihaben sollten, und mit unserer Checkliste ist das Zusammenstellen der Apotheke für den Urlaub im Nu erledigt.

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